Hochsensibilität – die Vielfühler mit den feinen Antennen

Hochsensibilität – die Vielfühler mit den feinen Antennen

Was ist Hochsensibilität

Die US-amerikanische Psychologin Elaine N. Aron beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit dem Phänomen, warum ein Teil der Menschen Reize stärker wahrnimmt als andere, und prägte für sie den Begriff „highly sensitive person“ (HSP). Schätzungen zufolge sind ca. 15-20% der Bevölkerung HSP.

Es handelt sich hierbei weder um eine Krankheit, noch um eine psychische Störung. Daher ist eine Therapie weder möglich, noch erforderlich.

Die Hochsensibilität wird in den meisten Fällen weitervererbt und begleitet den entsprechenden Menschen sein ganzes Leben lang. HSP können ihre Empfindungen nicht ausblenden. Sie können allerdings lernen, mit dieser Besonderheit besser umzugehen.

Das steckt dahinter

„Um diese Fülle an Informationen verarbeiten zu können, ist das menschliche Gehirn mit einem Filtersystem ausgestattet, das einen großen Teil der Sinneswahrnehmungen gar nicht erst bis ins Bewusstsein vordringen lässt. Diese Filterfunktion unseres Gehirns, die das Nervensystem vor Überlastung schützt, ist bei Hochsensiblen durchlässiger. Bei ihnen können viel mehr Reize bis ins Bewusstsein vordringen ohne zuvor „aussortiert“ zu werden. Diese neuronale Besonderheit zeigt zwei Gesichter: einerseits erleben Hochsensible die Welt differenzierter und intensiver, weil ihnen mehr Informationen zur Verfügung stehen. Andererseits führt diese Überfülle an bewusst wahrgenommenen Sinnesreizen schnell zur Überlastung von Körper und Seele.“ (www.eltern.de)

Eine Dauerüberreizung kann auch körperlichen Beschwerden wie Schlafstörungen, Kopf- oder Bauchschmerzen sowie Infektanfälligkeit zur Folge haben. Auch das Schmerzempfinden ist stärker ausgeprägt. Wird ein HS Kind nicht als solches akzeptiert und integriert, fühlt es sich unverstanden, wird unsicher und frustriert.

Sie werden oft als Sensibelchen, Träumer oder überempfindlich abgestempelt. Doch sie sind viel mehr als das.

 

So ticken die “Vielfühler“

Hochsensible Menschen nehmen sowohl ihre eigenen Gefühle, als auch die ihrer Mitmenschen viel intensiver wahr. Sie spüren die Stimmung der Personen um sie herum, sehen, riechen und hören mehr. Über das Erlebte denken sie viel intensiver nach.

HSP entwickeln sehr früh ein starkes inneres Wertesystem. Harmonie und Gerechtigkeit ist ihnen in der Gemeinschaft besonders wichtig. Meist sind sie schüchtern, einfühlsam, kreativ, emphatisch und fantasievoll. Sie sind wissensdurstig, ihre Gedanken tiefgründig und die Fantasie sehr stark ausgeprägt.

Das hat zur Folge, dass sie sie oft unter diversen Ängsten leiden. Diese können situationsbedingt auftreten (spannende Geschichte, Erlebtes, bevorstehendes Ereignis…), aber auch existenzieller Natur sein (Angst vor dem Tod, vor Krankheiten,…). Dadurch, dass sich HSP von ihrer Umgebung oft unverstanden fühlen, und die Familie für sie die einzige „sichere Festung“ darstellt, leiden viele HSP unter Trennungsangst.

 

Stressfaktoren für HSP

Viele Menschen, die durcheinanderreden, eine fremde Umgebung, jegliche Form von Veränderungen, aber auch Kleidungsstücke aus rauhen Stoffen bedeuten für HSP Stress. Sie sind lärm- und schmerzempfindlicher als „Normalfühler“. Ruhepausen und Reizreduzierung sind für sie ebenso wichtig wie sich verstanden zu fühlen.

 

Hochsensibilität und ADHS

Abzugrenzen ist die HS von ADHS. Sie ist eine Veranlagung, kein Syndrom. Ein ADHS Kind ist selbst in einer ruhigen Situation nicht in der Lage, sich zu konzentrieren. Ein HS Kind kann sich in der Regel sehr gut konzentrieren. Es sei denn, die Reize um es herum, die Sorgen, Gedanken und die daraus resultierende akute Überforderung ist gerade zu stark. Dann lässt sich auch ein HS Kind leicht ablenken und wird unruhig.

 

Fazit:

Um ein glückliches Leben führen zu können, ist es wichtig, dass HSP von ihrer Umgebung als solche wahrgenommen, akzeptiert und geschätzt werden. Aber auch, selbst mit Licht und Schatten der Hochsensibilität umgehen zu lernen.

Zudem sind Eltern, Lehrer , Erzieher und sonstige nahestehende Personen hierbei gefordert: Die positiven Eigenschaften herausstellen und die negativen auffangen. Verständnis und Rückendeckung zeigen. Nur dann kann ein HS Kind sich voll in die Gemeinschaft integrieren und seine Fähigkeiten entfalten.

 

Übrigens:

Hier könnt ihr in einem Test herausfinden, ob eine Hochsensibilität vorliegt.

Wer sich noch mehr in das Thema einlesen möchte, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen:

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